„La Mesa Nacional del Ajo“ führte Ende KW 19/26 in Valladolid/Castilla y León eine Mitgliederversammlung durch in der die aktuelle Lage und die Aussichten für die neue spanische Knoblauchsaison analysiert wurden.
Die diesjährige spanische Anbaufläche wird schätzungsweise ca. 24.404 ha betragen. Das ist im Vorjahresvergleich ein leichter Anstieg von 2 %, liegt jedoch weit unter den 30.000 ha in 2022.
Nach Anbaugebieten verzeichnen Madrid, Castilla y León und Andalusien mit einem Anstieg von 49 %, 8 % bzw. 6 % den grössten Zuwachs, während die Fläche in Castilla-La Mancha stabil bleibt und Extremadura einen leichten Rückgang von 4% verzeichnet.
Die Aussichten für die neue Saison sind insgesamt in allen Anbaugebieten gut, sowohl hinsichtlich der Menge als auch der Qualität. Es herrschte jedoch Einigkeit darüber, dass die Wetterbedingungen der nächsten Tage entscheidend dafür sein werden, wie sich die Qualität und die endgültige Produktion entwickeln werden.
Besorgnis über Wettbewerbsverlust
Was die Teilnehmer am meisten beunruhigt, ist der kontinuierliche Verlust von Wettbewerbsfähigkeit der spanischen Knoblauchproduktion, der in den letzten fünf Kampagnen (2021 bis 2025) deutlich zu beobachten war. Der verzeichnete Absatzrückgang nach Europa lag bei -17 % und ausserhalb Europas bei -34 %, während in demselben Zeitraum die EU-Importe von Knoblauch aus Drittländern zunahmen und innerhalb von fünf Jahren ein Wachstum von 122 % erreichten. In 2025 war ein bemerkenswerter Anstieg der EU-Importe von Knoblauch aus Ägypten zu beobachten, das mit 19.555 t zum zweitgrößten Lieferanten geworden ist, nur knapp hinter China mit 74.076 t. In 2024 lagen die Importe noch bei 9.655 t bzw. 54.679 t.
Die Gründe für den Verlust der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Produktion sind nach Ansicht von „La Mesa Nacional del Ajo“ vielfältig. Hervorzuheben ist dabei der Anstieg der Produktionskosten angesichts der reduzierten Massnahmen für einen angemessenen Pflanzenschutz im Knoblauchanbau, ohne dass die gleichen Anforderungen an die Produktionen aus Drittländern gestellt werden.
Diese Situation wird durch die mangelnde Information der Verbraucher und des Handels über die höheren Anforderungen, denen die europäische Produzenten unterliegen, noch verschärft. Dies rechtfertigt, so „La Mesa Nacional del Ajo“ einen höheren Preis für europäischen Knoblauch im Vergleich zu dem aus Drittländern, da er die meisten gesundheitlichen Garantien bietet und angesichts des geringen Pro-Kopf-Verbrauchs (0,8 kg pro Person und Jahr) nur einen unwesentlichen Anteil an den Kosten des Warenkorbs hat.
La Mesa Nacional del Ajo hält es für unerlässlich, dass sich sowohl die nationale als auch die europäische Administration der Notwendigkeit bewusst wird, dringend Maßnahmen zur Unterstützung und zum Schutz des spanischen Knoblauchanbaus zu ergreifen, um dessen Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und so die Arbeitsplätze und den geschaffenen Wohlstand in den ländlichen Gebieten zu erhalten. Quelle und Foto: cooperativas agro-alimentarias

