{"id":3313,"date":"2025-09-08T10:19:29","date_gmt":"2025-09-08T08:19:29","guid":{"rendered":"https:\/\/agronoticias.es\/de\/?p=3313"},"modified":"2025-09-08T10:19:29","modified_gmt":"2025-09-08T08:19:29","slug":"ernahrungssicherung-heimischer-anbau-immer-mehr-unter-druck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agronoticias.es\/de\/ernahrungssicherung-heimischer-anbau-immer-mehr-unter-druck\/","title":{"rendered":"Ern\u00e4hrungssicherung: Heimischer Anbau immer mehr unter Druck"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Deutschlands F\u00e4higkeit, sich mit ausreichend Nahrungsmitteln aus heimischem Anbau zu versorgen, ger\u00e4t immer weiter unter Druck. W\u00e4hrend der fortschreitende Klimawandel immer h\u00e4ufiger schlechte Erntejahre erwarten l\u00e4sst, sinkt die Selbstversorgungsf\u00e4higkeit aber auch durch den Verlust wirksamer Pflanzenschutzmittel, mit denen Landwirte ihre Ernte vor Unkraut und Schaderregern sch\u00fctzen. Selbst bei Weizen, der am h\u00e4ufigsten hierzulande angebauten Ackerkultur, droht Deutschland unter Umst\u00e4nden zum Nettoimporteur zu werden. Die ohnehin schon ausgepr\u00e4gte Importabh\u00e4ngigkeit bei Obst und Gem\u00fcse d\u00fcrfte sich noch verst\u00e4rken.<\/p>\n\n\n\n<p>Das sind die zentralen Ergebnisse einer aktuellen Studie der HFFA Research GmbH im Auftrag des Industrieverbands Agrar e. V. (IVA), der die Interessen der agrarchemischen Industrie in Deutschland vertritt. Szenario-Rechnungen machen deutlich, dass sowohl Ernteausf\u00e4lle durch klimatische Ver\u00e4nderungen als auch regulatorische H\u00fcrden bei der Genehmigung von Wirksoffen und der Zulassung wirksamer Pflanzenschutzmittel die F\u00e4higkeit zur Selbstversorgung mit Lebensmitteln stark beeintr\u00e4chtigen k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir werden auch morgen noch genug zu essen haben, weil wir wohlhabend genug sind, Lebensmittel zu importieren. Es gibt aber viele gute Gr\u00fcnde, mit Innovationen die Produktion von Nahrungsmitteln im eigenen Land zu st\u00e4rken\u201c, kommentiert IVA-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Frank Gemmer: \u201eDie Landwirtschaft braucht dringend eine breite Palette an wirksamen Pflanzenschutzmitteln, um ihre Ernten zu sch\u00fctzen. Sonst droht der Selbstversorgungsgrad, besonders bei Obst und Gem\u00fcse, immer weiter abzusinken.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Schon heute ist Deutschland nicht in der Lage, sich ausreichend selbst zu versorgen: Der durchschnittliche Selbstversorgungsgrad (SVG) liegt bei rund 83 Prozent \u2013 das hei\u00dft, etwa jedes sechste konsumierte landwirtschaftliche Produkt wird importiert. Der SVG der verschiedenen Anbaukulturen unterscheidet sich dabei erheblich. Besonders bei Obst, Gem\u00fcse und \u00d6lsaaten, wo die Eigenproduktion nur 20 bis 37 Prozent des Bedarfs deckt, ist Deutschland auf Importe angewiesen. Bereits heute wird jeder zweite Apfel importiert. Anders bei Kartoffeln, Getreide oder Zuckerr\u00fcben oder dem f\u00fcr die Bier-Produktion unerl\u00e4sslichen Hopfen: Hier produziert Deutschland noch ausreichend, um den Bedarf auch anderer L\u00e4nder in Teilen zu decken.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Analyse zeigt allerdings, dass klimatische Einfl\u00fcsse wie D\u00fcrre, Extremwetter oder erh\u00f6hter Sch\u00e4dlingsdruck erhebliche Ertragseinbu\u00dfen nach sich ziehen k\u00f6nnten. In einzelnen Jahren w\u00e4ren Produktionsr\u00fcckg\u00e4nge von durchschnittlich 20 Prozent zu bef\u00fcrchten, bei Obst sogar bis zu 46 Prozent. Auch regulatorische Eingriffe beim Pflanzenschutz bergen erhebliche Risiken: Der m\u00f6gliche Wegfall bestimmter Pflanzenschutz-Wirkstoffe \u2013 etwa durch strengere EU-Regeln oder das Ende von Notfallzulassungen \u2013 k\u00f6nnte die Ertr\u00e4ge von zentralen Kulturen wie Weizen, Kartoffeln oder Zwiebeln um 10 bis 20 Prozent verringern. Damit w\u00fcrde selbst die Versorgung mit wichtigen Grundnahrungsmitteln wie Weizen nicht mehr verl\u00e4sslich aus heimischer Produktion gedeckt: Bei drohendem Verlust heute noch zugelassener Pflanzenschutzmittel sinkt der SVG von Weizen unter 100 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Studie verdeutlicht, dass die Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t Deutschlands eng mit der Verf\u00fcgbarkeit einer breiten Palette von Pflanzenschutz-Wirkstoffen verkn\u00fcpft ist. Ein signifikanter Wirkstoffverlust w\u00fcrde die Importabh\u00e4ngigkeit versch\u00e4rfen und die Versorgungssicherheit gef\u00e4hrden. Besonders in Kombination mit klimabedingten Risiken droht eine erhebliche Schw\u00e4chung der Nahrungsmittelsouver\u00e4nit\u00e4t. Die Studie empfiehlt, Innovationen im Pflanzenbau gezielt zu f\u00f6rdern, regulatorische Entscheidungen st\u00e4rker im Spannungsfeld von \u00d6kologie und Versorgungssicherheit zu bewerten und die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der deutschen Landwirtschaft langfristig abzusichern.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Studie steht <a href=\"https:\/\/www.iva.de\/themen-positionen\/nahrungsmittelsouveraenitaet\">&gt;&gt; hier<\/a> zum Download zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: <strong>Industrieverband Agrar<strong> e. V., Frankfurt am Main<\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutschlands F\u00e4higkeit, sich mit ausreichend Nahrungsmitteln aus heimischem Anbau zu versorgen, ger\u00e4t immer weiter unter Druck. 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