{"id":2023,"date":"2024-03-23T18:44:55","date_gmt":"2024-03-23T17:44:55","guid":{"rendered":"https:\/\/agronoticias.es\/de\/?p=2023"},"modified":"2024-03-23T18:44:56","modified_gmt":"2024-03-23T17:44:56","slug":"prekare-wirtschaftliche-situation-trotz-solider-vermarktungsmenge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agronoticias.es\/de\/prekare-wirtschaftliche-situation-trotz-solider-vermarktungsmenge\/","title":{"rendered":"Prek\u00e4re wirtschaftliche Situation trotz solider Vermarktungsmenge"},"content":{"rendered":"\n<p> <\/p>\n\n\n\n<p>Extreme Witterungsverh\u00e4ltnisse, hoher Kostendruck, inflationsbedingt verunsicherte Verbraucherinnen und Verbraucher: Die genossenschaftliche Obst- und Gem\u00fcsewirtschaft in Baden-W\u00fcrttemberg schaut auf ein Jahr mit ungemein schwierigen Rahmenbedingungen zur\u00fcck. Insbesondere die herausfordernde Ertragslage macht den Erzeugerbetrieben zu schaffen. \u201eAuch wenn die Verbraucherpreise gestiegen sind, bei den Erzeugerinnen und Erzeugern kommt davon \u2013 wenn \u00fcberhaupt \u2013 nur ein geringer Teil an\u201c, betont Dr. Ulrich Theileis, Pr\u00e4sident des Baden-W\u00fcrttembergischen Genossenschaftsverbands (BWGV). Bei der Jahrespressekonferenz der baden-w\u00fcrttembergischen Obst-, Gem\u00fcse- und Gartenbaugenossenschaften macht Theileis deutlich: \u201eDie massiv gestiegenen Betriebskosten k\u00f6nnen von den Erzeugerinnen und Erzeugern nicht durch h\u00f6here Erl\u00f6se kompensiert werden. Die Lage ist angespannt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Unver\u00e4ndert belasten die hohen Energiepreise, die gestiegenen Betriebsmittelkosten, die Kosten f\u00fcr Transport und Verpackung, ein gro\u00dfer B\u00fcrokratieaufwand sowie die Lohnsteigerungen die heimische Produktion. \u201eErstmalig kam 2023 f\u00fcr eine gesamte Saison auch der gesetzliche Mindestlohn von 12 Euro zum Tragen. Gerade im arbeitsintensiven Sonderkulturanbau ist dies ein wesentlicher Kostenfaktor\u201c, erkl\u00e4rt Theileis und weist darauf hin. \u201eMit der Anhebung des Mindestlohns zum 1. Januar 2024 auf 12,41 Euro wird sich die Kostensituation in diesem Jahr weiter versch\u00e4rfen. Hinzu kommen h\u00f6here Belastungen durch Maut und CO2-Preis.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der BWGV-Pr\u00e4sident steht ausdr\u00fccklich hinter der Erh\u00f6hung des Mindestlohns f\u00fcr ausgebildete Fachkr\u00e4fte. Er sieht es jedoch kritisch, dass die Betriebe auch ungelernten Arbeiterinnen und Arbeitern und somit Saisonkr\u00e4ften aus dem EU-Ausland den erh\u00f6hten Stundensatz bezahlen m\u00fcssen. Theileis: \u201eDies f\u00fchrt ebenso wie unterschiedliche Standards etwa bei Umwelt- und Klimaschutzauflagen zu Wettbewerbsverzerrungen gegen\u00fcber anderen Produktionsl\u00e4ndern f\u00fcr Obst und Gem\u00fcse innerhalb und au\u00dferhalb der EU.\u201c Die Politik m\u00fcsse sicherstellen, dass die heimischen Erzeuger und Genossenschaften nicht benachteiligt werden \u2013 insbesondere vor dem Hintergrund der inflationsbedingt hohen Preissensibilit\u00e4t der Verbraucher. \u201eRegionale Produktion braucht faire Wettbewerbsbedingungen gegen\u00fcber importierten Lebensmitteln. Sonst drohen Betriebsaufgaben und eine weitere Verlagerung der Produktion ins Ausland, mit allen \u00f6konomischen wie auch \u00f6kologischen Auswirkungen\u201c, mahnt der BWGV-Pr\u00e4sident.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Studie: Landwirtschaft ist kein Inflationstreiber<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Zusammenhang sieht Theileis auch den Lebensmitteleinzelhandel und die Verbraucher in die Pflicht. \u201eWer mit regionalen Produkten wirbt, muss diesen auch entsprechenden Platz und Visibilit\u00e4t bei der Belegung der Regale geben. Unsere baden-w\u00fcrttembergischen Produzenten brauchen ein klares und sichtbares Bekenntnis des Handels zu heimischen Produkten. Dazu z\u00e4hlen auch faire Einkaufspreise\u201c, stellt der BWGV-Pr\u00e4sident heraus. Er verweist auf die aktuelle Studie des baden-w\u00fcrttembergischen Landwirtschaftsministeriums vom Januar 2024, die unzweideutig herausstellt: Die Landwirtschaft ist kein Inflationstreiber. \u201eDer Anteil des Erzeugerpreises am Verbraucherpreis liegt beim Apfel gerade einmal bei 30 Prozent\u201c, zitiert Theileis ein Beispiel aus der Studie. Bei verarbeiteten Produkten wie etwa Brot liegt der Anteil laut der Studie sogar bei unter f\u00fcnf Prozent.<\/p>\n\n\n\n<p>Theileis: \u201eEs darf nicht darum gehen, dass man innerhalb der gesamten Wertsch\u00f6pfungskette gegenseitig mit dem Finger auf sich zeigt und nach Schuldigen sucht. Vielmehr braucht es eine faire Verteilung der Verkaufserl\u00f6se am Point of Sale, die es allen erm\u00f6glicht, wirtschaftlich solide zu arbeiten und Investitionen aus eigener Kraft zu stemmen.\u201c Er erg\u00e4nzt: \u201eNiemand und insbesondere nicht die Obst- und Gem\u00fcsewirtschaft m\u00f6chte dauerhaft auf Subventionen zum Ausgleich des Wettbewerbsnachteils angewiesen sein. Alle genossenschaftlichen Betriebe streben insofern ein rein marktwirtschaftlich erwirtschaftetes ausk\u00f6mmliches Ergebnis an.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Hierzu ist auch Wertsch\u00e4tzung und bewusstes Konsumieren seitens der Verbraucherinnen und Verbraucher notwendig. Theileis: \u201eDer Konsument hat es selbst in der Hand, ob er beispielsweise zu einem Apfel vom Bodensee greift oder Flugobst aus dem Ausland kauft.\u201c Daher begr\u00fc\u00dfe der BWGV auch das neue Herkunftszeichen Deutschland, das seit Ende 2023 unter dem Slogan \u201eGutes aus deutscher Landwirtschaft\u201c schnelle Orientierung beim Einkauf gebe.<\/p>\n\n\n\n<p>Mengen- und Umsatzplus bei Obst, Gem\u00fcse auf Vorjahresniveau<\/p>\n\n\n\n<p>Und das Angebot heimischer Produkte ist vorhanden, wie die Bilanz des Jahres 2023 zeigt: Insgesamt 405.000 Tonnen Obst und Gem\u00fcse haben die genossenschaftlichen Erzeugerm\u00e4rkte inklusive ihrer Vertriebsgesellschaften 2023 vermarktet \u2013 ein Plus von rund 36.000 Tonnen oder knapp zehn Prozent. Der Gesamtumsatz der genossenschaftlichen Erzeugergro\u00dfm\u00e4rkte und ihrer Vertriebsgesellschaften belief sich auf 489 Millionen Euro, ein Plus von knapp 19 Millionen Euro oder vier Prozent. Das Mengenwachstum resultiert nahezu ausschlie\u00dflich aus der Obstvermarktung: 279.000 Tonnen wurden vermarktet. Die Obstums\u00e4tze lagen 2023 bei 232 Millionen Euro.<\/p>\n\n\n\n<p>Nahezu identisch blieben die Vermarktungsmengen und der Umsatz der genossenschaftlichen Gem\u00fcsewirtschaft: Insgesamt wurden rund 126.000 Tonnen vermarktet. Der Umsatz lag etwa auf Vorjahresniveau von 256 Millionen Euro. Die Erzeugergenossenschaften sind mit der Ernte und insbesondere mit den Qualit\u00e4ten im Jahr 2023 zufrieden, wobei Absatzbem\u00fchungen bei h\u00f6herpreisigen Artikeln aus dem Regional- oder Biosortiment schwieriger waren. Nachdem aufgrund der unsicheren Energielage im Jahr 2022 vereinzelt Fl\u00e4chen nicht belegt wurden, wurde 2023 wieder die gesamte Anbaufl\u00e4che genutzt. Neben dem klassischen Sortiment erzielen die Gem\u00fcse-Genossenschaften auch vermehrt gute Erfolge mit Produktinnovationen wie Miniwassermelonen, S\u00fc\u00dfkartoffeln, Kurkuma oder Zitronengras.<\/p>\n\n\n\n<p>Quelle und Foto: BWGV<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Extreme Witterungsverh\u00e4ltnisse, hoher Kostendruck, inflationsbedingt verunsicherte Verbraucherinnen und Verbraucher: Die genossenschaftliche Obst- und Gem\u00fcsewirtschaft in Baden-W\u00fcrttemberg schaut auf<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2024,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[34],"tags":[],"class_list":["post-2023","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"featured_image_urls":{"full":["https:\/\/agronoticias.es\/de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Obst-Gemuese-erdbeeren_OGA-Nordbaden.jpg",500,187,false],"thumbnail":["https:\/\/agronoticias.es\/de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Obst-Gemuese-erdbeeren_OGA-Nordbaden-150x150.jpg",150,150,true],"medium":["https:\/\/agronoticias.es\/de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Obst-Gemuese-erdbeeren_OGA-Nordbaden-300x112.jpg",300,112,true],"medium_large":["https:\/\/agronoticias.es\/de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Obst-Gemuese-erdbeeren_OGA-Nordbaden.jpg",500,187,false],"large":["https:\/\/agronoticias.es\/de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Obst-Gemuese-erdbeeren_OGA-Nordbaden.jpg",500,187,false],"1536x1536":["https:\/\/agronoticias.es\/de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Obst-Gemuese-erdbeeren_OGA-Nordbaden.jpg",500,187,false],"2048x2048":["https:\/\/agronoticias.es\/de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Obst-Gemuese-erdbeeren_OGA-Nordbaden.jpg",500,187,false],"morenews-large":["https:\/\/agronoticias.es\/de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Obst-Gemuese-erdbeeren_OGA-Nordbaden.jpg",500,187,false],"morenews-medium":["https:\/\/agronoticias.es\/de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Obst-Gemuese-erdbeeren_OGA-Nordbaden.jpg",500,187,false]},"author_info":{"display_name":"admin","author_link":"https:\/\/agronoticias.es\/de\/author\/admin\/"},"category_info":"<a href=\"https:\/\/agronoticias.es\/de\/category\/allgemein\/\" rel=\"category tag\">Allgemein<\/a>","tag_info":"Allgemein","comment_count":"0","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/agronoticias.es\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2023","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/agronoticias.es\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/agronoticias.es\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/agronoticias.es\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/agronoticias.es\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2023"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/agronoticias.es\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2023\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2025,"href":"https:\/\/agronoticias.es\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2023\/revisions\/2025"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/agronoticias.es\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2024"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/agronoticias.es\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2023"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/agronoticias.es\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2023"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/agronoticias.es\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2023"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}