Der spanische Branchenverband für Zitronen und Grapefruits (AILIMPO) gab kürzlich einen bisher beispiellosen Fortschritt im Pflanzenschutz der spanischen Citrusproduktion bekannt: Das Projekt AGEFIS (Agrupaciones para la Gestión Fitosanitaria Sostenible) hat offiziell die Zahl von 100 strategischen Monitoring-Stationen erreicht, die landesweit in Betrieb sind.
Dieser Ausbau macht das Netzwerk von AILIMPO zur dichtesten und fortschrittlichsten privaten Pflanzenschutzüberwachungsinfrastruktur für Citrusfrüchte in Europa und festigt Spaniens Führungsposition als weltweit größter Exporteur von frischen Zitronen.
Die 100 Monitoringstationen wurden nach strengen technischen Kriterien ausgewählt, um die agroklimatische Vielfalt der Anbaugebiete zu präsentieren. Mit einer massiven Präsenz in der Region Murcia, im Land Valencia und Andalusien ermöglicht das Netzwerk erstmals eine genaue „Röntgenaufnahme“ des Schädlingsdrucks in jedem Mikroklima in Echtzeit.
„Das Erreichen von 100 Messstationen ist nicht nur eine Zahl; es ist die Erfüllung eines Sicherheitsversprechens gegenüber unseren Landwirten“, so die Geschäftsleitung von AILIMPO. „Heute stehen jedem Erzeuger, unabhängig von der Größe seines Betriebs, Daten einer nahegelegenen Referenzstation zur Verfügung, wodurch der Zugang zu modernster Agrartechnologie für alle zugänglich wird.“
Jede der 100 Stationen des Netzwerks fungiert als lebendes Feldlabor. Wöchentlich besuchen Fachtechniker jeden Standort, um ein umfassendes Monitoring aller wichtigen Schädlinge wie u.a. der kalifornischen roten Laus, der Spinnmilbe oder Wolllaus durchzuführen.
Die gesammelten Daten geben nicht nur Aufschluss über das Vorkommen der Schädlinge, sondern auch über ihre Entwicklungsstadien. Diese Genauigkeit ist entscheidend: Sie ermöglicht es dem Landwirt, nicht nur zu wissen, ob er behandeln muss, sondern auch, wann genau der richtige Zeitpunkt ist, an dem die Behandlung zu 100 % wirksam ist, wodurch der Einsatz von Chemikalien minimiert wird.
Der Meilenstein von 100 Stationen untermauert die drei strategischen Säulen, die AILIMPO für den Citrusanbau des 21. Jahrhunderts definiert hat:
1. Verringerung des chemischen Fußabdrucks: Durch die Optimierung der Behandlungen wird die Menge der ausgebrachten Pflanzenschutzmittel drastisch reduziert, was den Anforderungen des europäischen LEH und dem Grünen Deal der EU entspricht.
2. Einsparung direkter Kosten: Vor dem Hintergrund steigender Inputkosten ermöglicht das AGEFIS-Projekt die Vermeidung unnötiger Anwendungen, was zu direkten Einsparungen für den Erzeugersektor führt.
3. Überwachung von Quarantäneschädlingen: Das Netzwerk fungiert als Frühwarnsystem für das mögliche Auftreten neuer Bedrohungen und ermöglicht eine sofortige Reaktionsfähigkeit, deren Koordination zuvor unmöglich war.
Um diese Datenmenge zu bewältigen, hat AILIMPO seine Technologieplattform agefis.ailimpo.com aktualisiert. Die Nutzer können sich über die Pflanzengesundheitslage informieren, Grafiken zur Entwicklung von Schädlingsbefall einsehen und Warnmeldungen erhalten. Die Einbindung dieser 100 Stationen wird es künftig ermöglichen, auf Big Data basierende Vorhersagemodelle zu erstellen, um Schädlingsspitzen zu antizipieren, bevor sie zu einem wirtschaftlichen Problem für die Ernte werden.
Diese Erfolg wurde durch das Engagement der Branche im Rahmen der „Extensión de Norma de AILIMPO“ ermöglicht, einem Kooperationsmechanismus, bei dem jedes Glied der Kette zum Gemeinwohl beiträgt. Ebenso war die Unterstützung durch das murcianische Landwirtschaftsministerium sowie durch das spanische Landwirtschaftsministerium von entscheidender Bedeutung, um das Wachstum des Netzwerks zu validieren und mitzufinanzieren.
Nachdem das Ziel von 100 Messstationen erreicht wurde, richtet AILIMPO den Blick bereits auf die Zukunft. Zu den nächsten Schritten gehören die Einbindung klimatologischer Daten in jede Messstation, um Zusammenhänge zwischen dem Klima und der Entwicklung von Schädlingen zu ermitteln, sowie die Einrichtung neuer Stationen in Gebieten, in denen der Grapefruit-Anbau expandiert. Quelle und Foto: Ailimpo

