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Bei den Apfelanbauern geht die Saison dem Ende entgegen. „Die Apfelernte ist zu über 90 Prozent durch und schließt in den nächsten Tagen mit den späten Sorten ganz ab", sagt Ulrich Buchterkirch von der Fachgruppe Obstbau im Landvolk Niedersachsen. Er freut sich über eine gute Ernte mit nahezu optimalen Wachstumsbedingungen.

Einzig einige Probleme mit Ausfällen bei den Erntehelfern trüben den Rückblick auf die Apfelernte 2019 leicht, teilt der Landvolk-Pressedienst mit.

Aufgrund der Witterung werden die Apfelanbauer in Niedersachsen nach Buchterkirchs Schätzung zwischen fünf bis 15 Prozent mehr Ertrag ernten. Die Marschstandorte konnten gut die Trockenheit verkraften, der Regen kam zur rechten Zeit. Die Sonne sorgte für große, süße und qualitativ hochwertige Früchte. Die Bedingungen zum Fruchtwachstum waren optimal, was zu sehr großen Früchten mit bis zu fünf Millimeter mehr Umfang beim einzelnen Apfel geführt hat und somit zu einer größeren Ernte. Daraus erklärt sich der Mehrertrag gegenüber ersten Saisonschätzungen im Anbaugebiet Niederelbe von 290.000 Tonnen (t), schätzt Buchterkirch. Mit Braeburn und der Jonagold-Gruppe als späten Sorten geht die Ernte nun ins Finale. Die gute Qualität und die geringe Apfelernte in privaten Hausgärten lässt die Apfelanbauer auf erfreuliche Erzeugerpreise hoffen. „Wir befinden uns in einer Diskussion zu Klima, Umwelt und Natur bei der wir Obstanbauer einen hohen Beitrag mit regionalen Produkten leisten. Jeder Verbraucher sollte darauf achten, hiesiges Obst zu kaufen – dann kommen wir einen ganzen Schritt weiter", ist Buchterkirch überzeugt. Er sieht in regionalen Produkten den Schlüssel zur Nachhaltigkeit. Mit einem Pro-Kopf-Verzehr von 22 Kilogramm im Jahr ist der Apfel weiter das beliebteste Obst der Deutschen.

Im Obstbau wurde in dieser Saison die Problematik mit Erntehelfern deutlich. Weniger Helfer aus Polen waren bei der Apfelernte in Nordeuropas größtem Anbaugebiet, der Niederelbe, im Einsatz. Das Jobangebot in Polen steige, sodass polnische Arbeitskräfte in ihrer Heimat bleiben und nicht als Erntehelfer nach Deutschland kommen, erklärt Buchterkirch. Rumänische Erntehelfer halfen stattdessen aus. Ulrich Buchterkirch hofft, dass in naher Zukunft das Freizügigkeitsabkommen für Arbeitnehmer auch auf die Ukraine ausgeweitet wird. Mit dem Wegfall aufwändiger Erlaubnisverfahren und Visa könnten ukrainische Arbeitskräfte die Landwirtschaft als Arbeitgeber nutzen. Quelle:LPD